Neu bei GIS-Dateien? Hier anfangen

Was wirklich in einem Shapefile, einem GeoPackage, einer KML- oder einer GeoJSON-Datei steckt — in einfachen Worten.

Jemand hat Ihnen eine GIS-Datei geschickt. Vielleicht ein Shapefile vom Landkreis, eine KML-Datei aus Google Earth oder ein GeoPackage von einem Planungsbüro. Die Namen sind verwirrend, und es scheint ein Dutzend Formate zu geben.

Die gute Nachricht: Alle folgen derselben Idee. Jede GIS-Datei enthält zwei Dinge:

Das ist alles. Sobald Sie eine GIS-Datei als Karte mit einer Tabelle dahinter sehen, ergibt jedes Format einen Sinn.

Jede Form auf der Karte hat eine Zeile in der Tabelle Drei Felder auf einer kleinen Karte, bernsteinfarben, violett und türkis eingefärbt. Gestrichelte Linien verbinden jedes Feld mit seiner eigenen Zeile in einer Tabelle mit den Spalten Kultur, Acres und Jahr: Mandeln, 75,32 Acres, 2022; Trauben, 38,10 Acres, 2019; Pistazien, 120,45 Acres, 2016. Die Karte: Formen Die Tabelle: eine Zeile pro Form Kultur Acres Jahr Mandeln 75,32 2022 Trauben 38,10 2019 Pistazien 120,45 2016 Spalten = Attribute · Zeilen = Objekte
Jede Form auf der Karte hat ihre eigene Zeile in der Tabelle

Die Formen: Punkte, Linien und Flächen

Im GIS heißt jede Form ein Objekt (englisch feature). Es gibt nur drei Arten:

Eine Ebene enthält meist nur eine Art: eine Ebene mit Brunnen, eine mit Straßen, eine mit Flurstücken. In GoGIS wird jede Datei, die Sie öffnen, zu einer Ebene auf der Karte, und Sie können beliebig viele übereinanderlegen.

Aktuelle Erdbeben rund um Tokio als Punkte, jeweils mit ihrer Magnitude beschriftet
Punkte: aktuelle Erdbeben rund um Tokio, jeweils mit ihrer Magnitude beschriftet
Die wichtigsten Bahnstrecken rund um Paris, rot über Satellitenbildern gezeichnet; sie kreuzen sich im Stadtzentrum, dazwischen windet sich die Seine
Linien: die wichtigsten Bahnstrecken rund um Paris, die sich im Stadtzentrum treffen
Anbauflächen im Kern County auf der Karte rund um Bakersfield, jede nach Kultur eingefärbt
Flächen: 21.105 Felder im Kern County, Kalifornien, jedes nach seiner Kultur eingefärbt

Die Tabelle: Hier stecken die Informationen

Die Formen zeigen Ihnen, wo etwas ist. Die Tabelle sagt Ihnen, was es ist. Sie heißt Attributtabelle und funktioniert wie eine Tabellenkalkulation:

Die Tabelle sieht in jeder Datei anders aus, denn wer die Datei erstellt hat, hat die Spalten festgelegt. Eine Flurstücksdatei hat Eigentümer und Schätzwerte. Eine Anbaudatei hat Kulturen und Flächen. Ein Erdbeben-Feed hat Magnituden und Herdtiefen. Manche Dateien haben fünfzig Spalten; eine KML-Datei aus Google Earth hat vielleicht nur einen Namen und eine Beschreibung.

Um die Zeile eines einzelnen Objekts zu sehen, tippen Sie es auf der Karte an. GoGIS zeigt alle Spalten für dieses eine Objekt.

Die Attribute eines Flurstücks in Madison auf dem iPad: Eigentümer, Postanschrift, Schätzwerte, Grundsteuer netto und Acres
Tippen Sie auf ein Flurstück, und Sie sehen seine Zeile: Eigentümer, Anschrift, Schätzwerte, Grundsteuer, Acres

Um die ganze Tabelle zu sehen, tippen Sie in der Ebenenliste auf … neben der Ebene und wählen Attributtabelle. Jetzt ist jedes Objekt eine Zeile, und Sie können suchen, sortieren und filtern wie in einer Tabellenkalkulation.

Anbauflächen im Kern County auf der Karte, darunter die Attributtabelle, gefiltert auf Mandelfelder
Die Karte und ihre Tabelle zusammen: Jede Zeile ist ein Feld

Gleiche Idee, andere Verpackung

Warum gibt es dann so viele Formate? Vor allem aus historischen Gründen: Verschiedene Programme und Organisationen haben sich jeweils ihre eigene Art ausgedacht, Formen und eine Tabelle zu speichern. Drinnen steckt dasselbe. Diese Formate begegnen Ihnen am wahrscheinlichsten, und GoGIS öffnet sie alle:

Egal, welches Format Sie haben: Es öffnet sich in GoGIS als Ebene mit Attributtabelle, und alles, was Sie damit tun, funktioniert gleich.

Warum Shapefiles etwas seltsam wirken

Das Shapefile stammt aus den frühen 1990er-Jahren, und man merkt ihm sein Alter an einigen Stellen an, die beim ersten Mal jeden verwirren.

Ein Shapefile besteht eigentlich aus mehreren Dateien. Jeder Teil enthält einen Teil der Daten, und alle tragen denselben Namen:

Deshalb kommen Shapefiles fast immer als .zip-Datei. Lassen Sie sie gezippt: GoGIS öffnet die .zip-Datei direkt. Wenn Sie sie entpacken und nur die .shp weiterschicken, bleibt der Rest der Daten zurück.

Formen am falschen Ort oder keine Informationen? Meist fehlt ein Teil. Ohne die .prj-Datei weiß GoGIS nicht, wo die Formen hingehören, und nimmt gewöhnliche geografische Breite und Länge an — Formen aus dem Koordinatensystem eines Landkreises oder Bundesstaats können dann am falschen Ort landen. Ohne die .dbf gibt es gar keine Tabelle. Bitten Sie den Absender um die vollständige .zip-Datei.

Spaltennamen sind kurz und kryptisch. Ein Spaltenname in einem Shapefile darf höchstens 10 Zeichen lang sein, also wird aus einer Spalte, die eigentlich Net Property Tax (Grundsteuer netto) heißen sollte, NETPRPTA, und aus Owner Name (Name des Eigentümers) wird OWNERNME1. Das ist kein Fehler, sondern das Format. Die Stelle, die die Datei veröffentlicht hat, hat meist eine Liste, die jeden Namen erklärt, oft in der .xml-Datei oder auf ihrer Website.

Eine Attributtabelle auf dem iPhone mit den Shapefile-Spaltennamen NETPRPTA und OWNERNME1
Echte Shapefile-Spaltennamen: NETPRPTA ist die Grundsteuer netto, OWNERNME1 der Name des ersten Eigentümers

Neuere Formate wie GeoPackage und GeoJSON haben diese Einschränkungen nicht, das ist ein Grund, warum sie sich durchsetzen. Die Idee darunter ist aber dieselbe geblieben: Formen und eine Tabelle.

Und jetzt etwas damit anfangen

Wenn Sie wissen, dass hinter der Karte eine Tabelle steckt, können Sie ihr Fragen stellen — genauso wie einer Tabellenkalkulation. Wie viele Acres Mandeln gibt es? Wer zahlt in der Stadt die höchste Grundsteuer? Wie stark waren die jüngsten Erdbeben bei Tokio? In GoGIS können Sie:

Was können Sie mit einem Shapefile, GeoPackage oder einer KML-Datei anfangen? zeigt all das in drei kurzen Schritt-für-Schritt-Beispielen mit frei verfügbaren öffentlichen Daten:

Zum Mitmachen brauchen Sie keine eigene Datei. Alle drei Datensätze sind in GoGIS unter Referenzdaten eingebaut: Tippen Sie in der Ebenenliste auf die Import-Schaltfläche (das Dokument mit einem +) und wählen Sie Referenzdaten.

Wenn Sie Ihre eigene Datei öffnen möchten, lesen Sie die Anleitungen für Shapefiles, GeoPackage und KML und KMZ.

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